runamics Diary - Neuigkeiten aus unserem Alltag

Hin und wieder teilen wir hier Highlights oder Lowlights aus unserem Alltag mit Dir. Der neuste Eintrag steht immer ganz oben.

  



Eintrag 7 / 2022 - Konflikte helfen

Wenn man sich viel mit der Ökologie von Textilien und dem Thema Kreislaufwirtschaft beschäftigt, gibt es natürlich auch mal unterschiedliche Ansichten zwischen Parteien. 

So einen "Konflikt" hatten wir gerade mit einem Online-Marktplatz. Dieser hat sich vor längerer Zeit dazu entschieden, bestimmte Materialien nicht mehr auf der Plattform zuzulassen. Dies ist total in unserem Sinne und wünschenswert. Jedoch sollten diese Entscheidungen gut durchdacht sein. 

In diesem Fall hieß es, dass sie kein Polyester mehr anbieten wollen, bzw. keine Textilien, die mehr als 30% Polyester im Faseranteil haben. Lediglich recyceltes Polyester und pflanzenbasierte Kunststoffe (biobased) werden noch zugelassen. Begründet wird die Entscheidung damit, dass Polyester beim Waschen schädliches Mikroplastik freisetzt und dass sie es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können, Erdöl-basierte Produkte zu verkaufen.

Leider ist es nicht so schwarz-weiß und wir lieferten entsprechende Argumente, um sie vielleicht doch zu einem Umdenken zu bringen. Let´s see ... Falls Du Lust auf ein paar Insights aus der Materialkunde hast, lies hier gerne weiter ⬇ 

  • ein Anteil von 30% Polyester in einem Textil macht das Textil für jeglichen Kreislauf absolut unbrauchbar, da es weder recycelt noch biologisch verwertet werden kann. Dabei ist es völlig egal, ob es sich dabei um ein recyceltes PET handelt oder neues Material 

  • mit der Unterstützung von recyceltem Polyester (rPET) als aktuell beste "nachhaltige" Option, befeuert man in unseren Augen aktuell eine völlig falsche Entwicklung im Textilmarkt, dies sind die Gründe:
  1. rPET unterbricht funktionierende Kreisläufe und unterstützt aktuell eine massive Sackgassenwirtschaft. Denn häufig werden ja auch PET Flaschen dafür verwendet und aus denen könnte man wunderbar neue PET Flaschen machen, immer wieder. Wenn man jetzt ein T-Shirt daraus macht, ist der Kreislauf zerstört und das Material landet auf der Deponie (legal od. illegal) oder im Ofen

  2. Altes Plastik kann chemisch zum Teil als sehr bedenklich eingestuft werden, die Entfernung von Schadstoffen ist sehr aufwendig und kostspielig. In Asien wird viel rPET produziert, dort nimmt man es meist nicht so genau mit Schadstoffregulierungen (bzw. überhaupt nicht). Viele Textilien mit rPET können also Schadstoffe in sich haben, die eigentlich nicht so gut für uns Menschen sind (insb. nicht, wenn man darin schwitzt) --> z.B. äußern sich Wissenschaftler hier zu der Thematik

  3. Mikroplastik bleibt: Das Mikroplastik Problem bei der Verwendung von rPET besteht weiterhin zu 100%, ggf. ist das Mikroplastik aus toxikologischer Sicht sogar schädlicher (da aus Altplastik, siehe oben)

  4. Re-Bound Effekt (Link zum Bundesumweltamt): Wir Menschen denken, dass wir mit dem Kauf eines T-Shirts aus "altem Plastik" die Umwelt schützen und somit etwas Gutes tun. Deshalb kaufen wir gerne mehr T-Shirts UND AUCH mehr PET Flaschen, weil wir ja davon ausgehen, dass die Probleme nun alle gelöst sind --> wir werden in den kommenden Jahren einen Anstieg in der Plastikproduktion verzeichnen, der Hype um rPET in der Textilbranche kippt Öl ins Feuer

  5. War for rPET: aktuell stürzen sich sämtliche Industrien auf recyceltes PET (Lego will seine Milliarden Steinchen jedes Jahr auch daraus machen). Die Frage wird offensichtlich, woher all das für die Wiederverwertung brauchbare PET kommen soll? Im Recycling spricht man von Pre- und Post-Consumer Waste. Pre-Consumer Waste entsteht z.B. als Abfallprodukt in der Produktionshalle. Post-Consumer Waste entsteht, wenn wir Dinge wegwerfen. "Pre" eignet sich aufgrund der Reinheit hervorragend, um es wieder einzuschmelzen. Es ist zu erwarten, dass die Mengen an verfügbarem Pre-Consumer Waste in Zukunft seltsamerweise ansteigen werden. Wenn in China rPET nachgefragt wird, dann bekommt man halt rPET, soviel man will. Woher das kommt? Das werden wir vermutlich in dem ein oder anderen Skandal erfahren :-)


Kleine Seitennotiz zum Thema "Bio-based": 

Dass Produkte, die als "bio-based" bezeichnet werden, ohne fossile Grundstoffe wie Erdöl auskommen, ist aktuell noch eher ein Märchen. Es gibt kaum bzw. keine Textilien, die aus reinen bio-basierten Kunststoffen gefertigt sind. Firmen dürfen "bio-based" draufschreiben, auch wenn dies nur zu einem Teil stimmt. Für die Produktion von Polyester wird z.B. Terephthalsäure benötigt, die ebenfalls aus Erdöl gewonnen wird.

Was heißt das? Aktuell besteht bio-based PET meist zu knapp 30% aus biobasierten Materialien. Unser Cradle to Cradle zertifiziertes Polyester besteht ebenfalls zu 25% aus biobasierten Grundstoffen, wir würden das Material deswegen aber nicht als biobasiert bezeichnen. Coca Cola wird hoffentlich dieses Jahr den Durchbruch schaffen und eine rein biobasierte PET Lösung auf den Massenmarkt bringen (Link). 

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Eins steht fest: genau solche Diskussionen und Auseinandersetzungen sind gut für den Fortschritt. Nur so beschäftigen sich alle Beteiligten mit den Vor- und Nachteilen von Dingen und können in Zukunft bessere Entscheidungen treffen. Auch wir haben die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen, machen mit großer Garantie nicht alles richtig und bleiben stets offen für Veränderungen.

  



Eintrag 6 / 2022 - Investoren gesucht

Seit Anfang 2022 kämpfen wir mit einer „angespannten” Marktlage. Sowohl auf der Angebots- als auch der Nachfrageseite ist es schwieriger geworden, wie in so vielen Branchen aktuell.

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Doch als Läufer*innen wissen wir, dass man auch bei Unwetter weiterlaufen muss. Wir wollen runamics als erste Cradle to Cradle Sportmarke auf ein neues Level heben ...

… größer denken
… neue, wichtige Produkte konzipieren
… neue Zielgruppen ansprechen
... mehr Sportler*innen von gesunder und umweltsicherer Sportkleidung überzeugen
… und vor allem: unsere wertvollen Learnings der ersten 2 Lehrjahre umsetzen.

Um unsere Ideen umzusetzen, suchen wir gleichgesinnte Partner*innen, die uns mit Know-How und Kapital auf unserer weiteren Reise begleiten wollen.

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Vielleicht gibt es Menschen oder Firmen in Deinem Netzwerk, bei denen Du Dir eine solche Partnerschaft gut vorstellen kannst? Über einen Connect würden wir uns sehr freuen.

 


Eintrag 5 / 2022 - Rückschlag in Entwicklung

Nicht immer läuft es wie man es sich wünscht. Schon seit Monaten arbeiten wir gemeinsam mit Partnern daran, einen reinen Jersey-Stoff für T-Shirts aus dem Cradle to Cradle zertifizierten, biologisch kreislauffähigem Polyester zu entwickeln. Während der erste Prototyp noch viel zu schwer war, hat der zweite schon weit mehr überzeugt aber er war immer noch nicht perfekt. 

Nun gab es einen technischen Schaden in der Produktionsanlage, sodass wir umplanen müssen. Das wirft uns wieder einige Monate zurück. Dennoch werden wir dranbleiben, um unserer Kreislaufmission wieder einen Schritt näher zu kommen. Das wäre ein sehr wichtiger Meilenstein. 

Wir halten Euch hier auf dem Laufenden.

Strickmaschine

 


Eintrag 4 / 2022 - Halbmarathon in Ingolstadt

Endlich starten die Laufevents wieder und wir freuen uns nach der ewig andauernden Corona-Pause bei unserem ersten Halbmarathon als Marke dabei zu sein.

Am 30.04. sind wir beim Halbmarathon im schönen Ingolstadt am Start. Neben dem Klassiker über die halbe Marathon-Distanz könnt ihr Euch hier auch für die 2er Staffel, Schülerstaffel oder Firmenstaffel anmelden. Für die Jüngsten gibt es einen Mini-Lauf über 500 oder 1000 Meter.

Wer Lust hat, kann sich bei der Registrierung ein runamics Outfit mit dem Ingolstadt Logo sichern. Wir werden mit einem kleinen Stand vor Ort sein und über nachhaltige Sportkleidung aufklären. Vielleicht sehen wir uns?

>> Hier geht´s zur Anmeldung <<

runamics-halbmarathon-ingolstadt-kollektion

 


Eintrag 3 / 2022 - Musikalisches Team

Unser gesamtes Team hört beim Laufen und anderen Workouts Musik. Jeder hat einen anderen Musikgeschmack. Als wir uns darüber unterhalten haben wurde uns aber auch schnell klar, dass die gewählte Musik oft entweder von der aktuellen Stimmung oder auch der Art des Workouts abhängt.

Wenn mal wieder gerade alles so richtig sch**** ist, hört man andere Musik, als wenn man bei bester Laune ist. Und ein schneller Lauf braucht andere Musik, als ein Langlauf am Sonntag.

Für vier verschiedene Musikrichtungen bzw. Stimmungen haben wir Spotify Playlists zusammengestellt. Vielleicht ist ja auch etwas für Dich dabei:

1. Rap Gods (Hip Hop)
2. Hardcore Heads (Hardcore Metal)
3. Broken Hearts & Lonely Souls (Folk und Herzschmerz)
4. Rolling Beats (Elektro)

An alle die einen Halbmarathon unter 2 Stunden laufen wollen:

Alle Playlists gehen genau 1 Stunde und 58 Minuten. Playlist zu Ende + Lauf zu Ende = Geschafft!

 


Eintrag 2 / 2022 - Disarstar

Wir sind immer stolz wie Bolle, wenn wir Menschen in runamics Kleidung treffen. Henning hatte vor Kurzem das Vergnügen den Rapper Disarstar aus Hamburg beim Interview mit der Runners World zu begleiten. Er macht nicht nur gute Mucke, sondern hat auch einen ziemlich guten Geschmack was sein Running Outfit angeht ;-)

Übers Laufen redet Disarstar mit der Runners World in diesem Interview.

Während ich das hier schreibe höre ich Disarstar. Kritisch, korrekt, eloquent. Wer Hip Hop mag, wird ihn lieben --> hier reinhören!

Disarstar Interview Runners World

 


Eintrag 1 / 2022 - Eine spannende Begegnung

Diese Woche hatte ich das Glück Prof. Dr. Braungart zu begegnen und einem seiner Vorträge zuzuhören. Herr Braungart hat das Cradle to Cradle Konzept entwickelt und ist ein international angesehener Wissenschaftler. Hier sind zwei spannende Impulse zum allgemeinen Thema Nachhaltigkeit, die ich durch den Vortrag mitgenommen habe:

1) Selbst wenn wir als Gesellschaft in die Nähe des 1,5 Grad Ziels kommen, haben wir damit ja nicht die Probleme beseitigt. Wir verlangsamen die Erderwärmung einfach nur. Es braucht völlig neue Ansätze anstatt dem lediglichen Versuch, bei allem nur weniger schlecht zu sein.

2) In der ganzen Debatte um das Thema Nachhaltigkeit wird uns Menschen suggeriert, wir seien schlecht und dass die Welt eigentlich besser ohne uns auskommen würde. Oder in den Worten vieler Fridays for Future Plakate: "We want you to panic". Dieses negative Menschenbild erscheint wenig förderlich. Oder kann es sogar gefährlich sein? Vielleicht muss man die Debatte wieder mehr ins Positive lenken und die Chancen von Veränderungen aufzeigen.

Prof. Dr. Michael Braungart

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